Einweg-Trend (Disposables)

Zwischen 2021 und 2024 hat sich der Markt für Einweg-E-Zigaretten — international „Disposables“ oder „Puff Bars“, in Deutschland oft schlicht „Einweg-Vapes“ — explosiv entwickelt. Eine sachliche Einordnung des Phänomens, seiner Gewinner und seiner Probleme.

Was eine Disposable ist

Eine Disposable ist eine vorgefüllte E-Zigarette mit fest verbautem Lithium-Ionen-Akku. Sie wird vollständig fertig montiert verkauft, lässt sich nicht nachfüllen oder laden, und wird nach Verbrauch (typischerweise 600 bis 6000 Züge je nach Modell) komplett entsorgt. In der EU sind 600-Zug-Disposables mit 2 ml Tank und max. 20 mg/ml Nikotin Standard.

Die wichtigsten Marken

Markt­dimension (Schätzung)

JahrUmsatzanteil Disposables (DE)Bemerkung
2020< 5 %Nischen­phänomen, vor allem in UK
2021ca. 10 %Elf Bar & Geek Bar starten in Deutschland
2022ca. 20 %Disposable-Boom in der jungen Zielgruppe
2023ca. 30 %Höhepunkt, BfR und BMEL warnen
2024rückläufigVerbote in NL, FR, BE wirken sich aus

Jugendschutz-Diskussion

Mehrere Kritikpunkte stehen im Vordergrund der politischen Debatte:

Die DEBRA-Studie und Erhebungen der BZgA haben in den Jahren 2022 und 2023 einen Anstieg des Anteils experimenteller Konsument:innen unter 14- bis 17-Jährigen festgestellt. Das BfR mahnt mehrfach an, dass die Produkte trotz formal eingehaltener Grenzwerte oft nicht den Vorgaben entsprechen (z. B. Tank­volumen > 2 ml, Aromen, die nicht notifiziert sind).

Umweltdebatte

Eine Disposable enthält einen Lithium-Ionen-Akku, Heizdraht (meist Edelstahl oder Nickel-Chrom), Kunststoff- und Aluminiumelemente. Sie ist nach der WEEE-Richtlinie Elektronikschrott und gehört nicht in den Hausmüll. Realität in Deutschland:

Verbote in EU-Mitgliedstaaten (2024/2025)

Mehrere EU-Länder haben auf den Disposable-Trend reagiert:

Häufige Fragen

Sind Disposables in Deutschland weiterhin erlaubt?

Ja, derzeit (Mai 2026) gilt kein bundesweites Verkaufsverbot, sofern die Geräte den TPD2-Vorgaben entsprechen (max. 2 ml Tank, max. 20 mg/ml Nikotin, beim BfR notifiziert). Mehrere Bundesländer haben Bundesrats­initiativen gestartet, die ein Verbot fordern.

Wohin gehören leere Disposables im Müll?

In den Sondersammlungs­containern für Elektronik­schrott (kommunale Wertstoffhöfe oder Rückgabe im Handel nach ElektroG). Sie gehören nicht in den Restmüll — wegen des fest verbauten Lithium-Akkus.

Wer stellt Elf Bar und Lost Mary her?

Beide Marken stammen vom chinesischen Hersteller iMiracle (Shenzhen). Lost Mary positioniert sich als Premium-Schwester­marke zu Elf Bar mit Mesh-Coil-Technik.