Produktkategorien
Der Markt für elektronische Zigaretten lässt sich grob in fünf Hauptkategorien einteilen. Die Grenzen sind fließend, aber jede Kategorie hat ihren eigenen Zielmarkt und eigene technische Charakteristika.
1. Cigalikes
Die Cigalike war die erste Generation elektronischer Zigaretten. Sie ahmt eine klassische Tabakzigarette nach — in Form, Größe und Bediengeste. Eine Cigalike besteht aus einer kleinen Batterie und einer vorgefüllten Einweg-Kartusche. Beispiele waren in den 2010er-Jahren NJOY, blu (Imperial Brands) und Logic.
- Vorteil: vertrauter Look & Feel für ehemalige Raucher:innen.
- Nachteil: geringe Akkulaufzeit, niedrige Dampfmenge, im Vergleich zu modernen Pods schwacher Nikotinkick.
- Marktanteil heute: < 5 % — weitgehend von Pods und Disposables verdrängt.
2. Pod-Systeme
Pod-Systeme sind kompakte Geräte mit einer auswechselbaren Kartusche (dem Pod). Sie wurden durch JUUL Labs (USA, 2015) populär und gelten heute als Standard für Einsteiger:innen und Gelegenheitsdampfer:innen. Man unterscheidet:
- Geschlossene Pod-Systeme: der Pod wird vorbefüllt verkauft und nach Verbrauch ausgetauscht (z. B. JUUL, Vuse, blu 2.0).
- Offene Pod-Systeme: der Pod kann selbst mit Liquid befüllt werden (z. B. Vaporesso XROS, GeekVape Wenax, Voopoo Drag X).
- Vorteil: kompakt, einfache Bedienung, kein Knopfdruck (Zügiges Inhalieren aktiviert das Heizelement).
- Nachteil: beschränktes Tankvolumen (max. 2 ml nach TPD2), geringere Dampfproduktion als Mods.
- Marktanteil: ca. 35–40 % des Umsatzes (Stand 2023, Branchenschätzungen).
3. Mod-Systeme
Ein Mod (kurz für „Modifikation“) ist ein größeres Gerät mit auswechselbarem Akku, regelbarer Leistung (Wattzahl) und großem Tank (oft mehrere Milliliter). Unterscheidung nach Steuerung:
- Mech-Mods: ohne Elektronik — reine Akku-Schalter-Konstruktion; nur für erfahrene Nutzer:innen, da keine Schutzmechanismen.
- Regelbare Box-Mods: elektronische Steuerung mit Display, einstellbarer Wattzahl, Temperaturregelung und Akkuschutz.
- Vorteil: große Dampfproduktion, langanhaltende Akkulaufzeit, hohe Aromendifferenzierung.
- Nachteil: Lerneinstieg nötig (Coil-Wechsel, Akkuhandling), größeres Gewicht.
- Marktanteil: ca. 20–25 % — rückläufig durch Pod-Trend.
4. Disposables (Einweg-E-Zigaretten)
Eine Disposable ist eine vorgefüllte Einweg-E-Zigarette mit fest verbautem Akku. Nach Verbrauch der Züge (typischerweise 600 bis 6000) wird das gesamte Gerät entsorgt. Bekannte Marken: Elf Bar, Lost Mary, Geek Bar, IVG, Hyppe. Mehr im Abschnitt Einweg-Trend.
- Vorteil: günstig im Einstieg, keine Pflege, breite Geschmackspalette.
- Nachteil: Elektronikschrott (Lithium-Akku im Hausmüll); seit 2024 in der EU teilweise verboten.
- Marktanteil: ca. 25–30 % (Stand 2023), 2024 rückläufig durch Verbote in mehreren Mitgliedstaaten.
5. Hybrid- und Heat-not-Burn-Produkte
Heat-not-Burn (HnB) ist streng genommen keine elektronische Zigarette — es handelt sich um Geräte, die echten Tabak erhitzen, statt zu verbrennen. Bekanntestes Produkt ist Philip Morris' IQOS. HnB ist tabaksteuerpflichtig wie klassische Zigaretten und nicht durch das E-Zigaretten-Recht erfasst. Hybridgeräte kombinieren E-Liquid- und Tabakelemente und sind in Deutschland kaum verbreitet.
- Marktanteil HnB: in Deutschland gering (< 3 % des Tabakmarkts), aber in Italien, Japan und Südkorea zweistellige Anteile.
Marktanteil-Übersicht (Schätzung 2023, Deutschland)
| Kategorie | Marktanteil Umsatz | Typische Nutzer:innen |
|---|---|---|
| Pod-Systeme | ca. 35–40 % | Einsteiger:innen, Gelegenheitsdampfer:innen |
| Disposables | ca. 25–30 % | junge Erwachsene, situative Nutzung |
| Mod-Systeme | ca. 20–25 % | erfahrene Dampfer:innen, Cloud-Chaser |
| Cigalikes | < 5 % | Restmarkt, ältere Nutzer:innen |
| HnB/Hybrid | < 3 % | Tabak-Konsumenten mit Schadensminderung |
Quelle: Branchenschätzungen (Bundesverband E-Zigarette, Verband des E-Zigarettenhandels). Ohne Anspruch auf statistische Genauigkeit.